Margrit Läubli lässt seit bald zehn Jahren kein Drummeli-Programm aus.

2015 - «Drummeli» @ Basellandschaftliche Zeitung

Sonntag, 15 Februar 2015
Muriel Mercier
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«Das Drummeli ist mein Erbe»

MARGRIT LÄUBLI - Auf das Geburtstagsgeschenk für ihren Mann Cés Keiser freut sie sich jedes Jahr wie ein Kind

Jedes Jahr kurz vor der Fasnacht steigt die Kabarettistin Margrit Läubli in den Zug von Zürich nach Basel, um sich eine Drummeli-Vorstellung zu Gemüte zu führen. Die 86-jährige liebt die Basler Fasnachts-Luft.

Frau Läubli, seit Jahren fahren Sie vor der Basler Fasnacht nach Basel und besuchen als Zürcherin eine Drummeli-Vorstellung. Wie kommt es zu dieser Tradition?
Margrit Läubli:
 Das nahm am 80. Geburtstag meines Mannes Cés im Jahr 2005 seinen Lauf. Wir feierten im Casinotheater in Winterthur, und der damalige Obmann des Fasnachts-Comités, Felix Rudolf von Rohr, hat uns für jedes Jahr und auf Lebenszeit den Besuch des Drummeli geschenkt. Das Drummeli ist nun also mein Erbe.

Sie können die Drummeli-Ausgabe der letzten Jahre vergleichen. Wie finden Sie 2015?
Es gibt nicht genügend Superlative, um die Vorstellung zu loben. Ich würde sogar sagen, es sei die beste Ausgabe. Die Choreografien, die Pantomimen, die Texte. Es werden sehr viele politische Themen behandelt. Am liebsten würde ich noch einmal hingehen.

Das heisst, Sie verstehen den Basler und den Basler Humor.
Klar, ich war 50 Jahre lang mit Cés verheiratet und habe ein paar Jahre am Nadelberg gewohnt. Ich habe mit ihm manchmal sogar Baseldeutsch geredet, aber heute traue ich mich das nicht mehr.

Wie beschreiben Sie Ihren Bezug zur Basler Fasnacht?
Der geht ganz tief. Wenn am Morgestraich das Licht ausgeht und es heisst «Morgestraich, vorwärts, Marsch», dann sind alle bei mir, die nicht mehr da sind. Cés' Mutter, sein Vater ... Ich habe viel Abschied erlebt, aber in diesem Moment sind sie bei mir. Ich kann es nicht erklären. Seit Cés jedoch gestorben ist, komme ich nicht mehr an die Fasnacht.

Cés und Sie haben zusammen ab den 60er-Jahren rund 20 «Opus»-Programme auf die Bühne gebracht. Kann man ein abendfüllendes Cabaret mit Raamestiggli an den Vorfasnachtsveranstaltungen vergleichen?
Ja, ein bisschen schon. Cés und ich haben in unseren Programmen auch auf lustige, freche und bissige Art die Wahrheit auf den Tisch gebracht. An der Basler Fasnacht sind ja vor allem die Zeedel und Bängg bekannt für den Biss. Sie kommen daher wie ein Cabaret. Man kann sagen, dass die Basler Fasnacht als Gesamtes ein Cabaret ist. Und am diesjährigen Drummeli tritt der Rapper Skelt! auf. Ihn kann man mit Cés vergleichen. Cés hat auch Sprechgesang vorgeführt, Stab- und Schüttelreime gebildet. Und überhaupt: Skelt! hat die gleiche Stimme wie Cés!

Mit Cés haben Sie während 45 Jahren das Publikum zum Lachen gebracht. Hat sich der Humor des Publikums in den letzten Jahrezehnten verändert?
Der Basler Humor hat sich garantiert nicht verändert. Was heute natürlich anders ist, sind die Themen bei einem Programm. Cés' Nummer «s Telefon» würde im Zeitalter des iPhone nicht mehr funktionieren. Aber der Mensch und sein Humor haben sich nicht verändert.

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Margrit Läubli

Die 86-jährige Zürcherin ist Tänzerin, Schauspielerin und Kabarettistin. Zuerst war sie Mitglied des Cabarets Cornichon, dann des Cabarets Fédéral. 1956 heiratete sie den berühmten Basler Kabarettisten César Keiser und trat mit ihm ab 1962 in eigenen Cabaret-Produktionen auf. 1990 erhielten die beiden den grossen Cornichon-Preis der Oltner Cabarettage, 1999 den Salzburger Ehren-Stier in Leipzig, 2004 den Ehren-Prix Walo der Show-Szene Schweiz für ihr Lebenswerk (MUM)
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Zieht es Sie heute noch auf die Bühne? Oder haben Sie andere künstlerische Projekte?
Ich lese Cés' Texte an Veranstaltungen. Sie sind im «Das grosse Cés Keiser Cabaret Buch» zusammengestellt. Aber ich trete nur noch auf Anfrage auf. Tourneen wären mir zu viel. In der Schweiz gestalte ich das Programm auf Schweizerdeutsch, ich wurde aber auch schon nach Deutschland eingeladen. Zudem ändere ich das Programm je nach Publikum. Wenn ich in einem Altersheim bin, lese ich andere Texte als in einem Theater.

Wie lange möchten Sie noch lesen?
Das tue ich, bis ich 120 Jahre alt bin. Denn Cés darf man nicht vergessen.

Und wenn jemand an Sie herantreten würde mit einer konkreten Anfrage für einen Auftritt oder einen Film?
Wenn mir die Idee gefiele, würde ich es vielleicht machen. Aber mein Leben ist genug ausgefüllt.

Das heisst, Sie sind auch ohne Auftritte viel unterwegs.
Ja, ich wohne in der Stadt Zürich und bewege mich dort. Ich gehe gerne ins Theater und treffe viele Freunde. Und ich wohne in einem Haus, um das ich mich kümmere.

Kommen wir zurück zum Drummeli. Sie sind begeistert von der Veranstaltung. Können Sie sich vorstellen, mal bei einem Stiggli mitzumachen?
Nein, das Drummeli würde ich kräftemässig nicht mehr schaffen. Ich mache alleine, was ich kann und in meinem Tempo.

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