2019 - «Drummeli» @ Basellandschaftliche Zeitung

Sonntag, 31 März 2019
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Das Drummeli holt die Krone zurück – die schönsten Bilder von «5000 Joor Fasnacht»

Mit der Zeitreise durch die Basler und Welt-Geschichte ist den Machern des Drummeli 2019 ein grosser Wurf gelungen.

Das Drummeli ist sicher die einzige Veranstaltung im Musical-Theater, bei der fast so viele Darsteller auf der Bühne stehen wie Zuschauer auf den Sitzen Platz genommen haben. In der Vergangenheit präsentierte sich die Mutter aller Basler Vorfasnachtsveranstaltungen jeweils als eine Art Leistungsschau der Stammcliquen, garniert mit Raamestiggli, Schnitzelbängg und Guggenauftritten. Eine etwas verzettelte Monster-Revue mit Resultaten, die mal besser, mal weniger gut gelangen.

drummeli2019 epilog bz 190225

Für die Ausgabe 2019 haben die Verantwortlichen einen neuen Weg eingeschlagen und dem Anlass mit dem Motto «5000 Joor Fasnacht» einen roten Faden verliehen. Die 20 Cliquen, die je zwei Schnitzelbängg und Guggen sowie das Ensemble der Raamestiggli führen mit einem chronologischen Bilderreigen auf eine Zeitreise, die weit mehr beinhaltet als das Thema Fasnacht. Mit ausgesprochen witzigen, aber auch nachdenklichen Momenten, die sich zu einem absolut überzeugenden Ganzen zusammenfügen.

Es ist toll, wie sich die Stammcliquen – ergänzt durch das Spiel der Safranzunft – auf die ihnen zugeteilten Abschnitte der Geschichte eingelassen haben: Mit viel Kreativität, Witz, aber auch Ernsthaftigkeit, ohne der Versuchung zu verfallen, originell um der Originalität Willen zu sein. Und die auch mit der Wahl der gespielten Märsche auf das Thema eingehen mit dem Resultat, dass traditionelle Kompositionen überwiegen.

 «Drei zu null für Hampe»: Das sagen die Prominenten

Ein kleines bisschen enttäuscht schienen Regierungsrat Baschi Dürr und alt Grossratspräsident Remo Gallacchi in der Pause des Drummeli schon zu sein. Oder war es Erleichterung? Da haben die beiden doch für so schöne Skandälchen gesorgt – Dürr mit seiner rechtlich umstrittenen Tesla-Akquisition und Gallacchi mit seinem Baby-Ausschluss im Grossen Rat –, und wurden trotzdem nicht erwähnt.

Andere Regierungsräte, wie Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels, waren viel präsenter: «Drei zu null für Hampe», kommentierte Dürr mit schelmischem Lächeln. Der aktive Fasnächtler Gallacchi konnte sich am Schluss darüber freuen, dass sein Baby-Gate doch noch angetippt wurde. Beide Politiker äusserten viel Lob für das originelle Drummeli-Konzept. «Man lernt hier sogar noch etwas über die Basler Geschichte», sagte Dürr.

Auch Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann kam im Drummeli vor – mit dem mittlerweile bereits gewohnten Seitenhieb, dass sie in der Basler Politik eben nicht vorkomme. Zur Erwähnung ihrer Person äusserte sie sich nicht im Detail – «in anderen Vorfasnachtsveranstaltungen war ich präsenter». Dafür zeigte sich die ehemalige Musiklehrerin angetan vom musikalischen Teil.

Für CMS-Direktor Beat von Wartburg gehörte die Kriegs-Nummer der VKB mit «Z Basel am mym Rhy» in Moll zu den Höhepunkten. Vielleicht mag da aber auch mitgespielt haben, dass er einst selber als VKB-Pfeifer unterwegs war, bis er sich zur abgespaltenen Männer-Formation 1884 gesellte.

Marc Fehlmann, Direktor des Historischen Museums Basel, hätte wohl gerne das ganze Drummeli, das ihm gut gefallen habe, in seine Sammlung einverleibt. Er betonte aber, dass er rein privat hier sei.

Auch nachdenkliche Momente

Da sind sehr witzige Auftritte zu erleben, wie derjenige der Schnoogekerzli, die mit dem «Arabi» nachvollziehen, wie in der Steinzeit Waggisnasen, Trommelschlegel und die Zugsplagedde entdeckt wurden – letztere allerdings so gross und schwer, dass sie den Tambourmajor schlicht umhaut. Oder der Auftritt der Alte Glaibasler, die mit dem «Neye Glaibasler» an den Bau (und Zusammenbruch) der ersten Rheinbrücke im Jahr 1225 erinnern.

Es gibt ausgesprochen schön präsentierte und gespielte Bilderbogen, wie der Auftritt der Spale-Clique, die mit der Komposition «S Martinsglöggli» das der Stadt 1471 erteilte Messerecht würdigen. Oder die Wettstai-Clique, die mit dem «Wettstaimarsch» daran erinnert, wie der damalige Bürgermeister mit Namen Wettstein Basel aus der Umklammerung des Deutschen Reichs befreien konnte. Ein Ensemble mit historischen Blasinstrumenten ergänzt den Harst der Trommler und Pfeifer und sorgt damit für Begeisterungsstürme.

Zu erleben sind packende Choreografien wie etwa die der Breo, die mit dem «Glashaus-Blues» einen Flashback auf die Freiraum-Bewegung der 1980er-Jahre präsentieren: mit bewegten Pfeifern, die zum Gefecht mit dem trommelnden Polizeikordon antreten. Oder ausgesprochen ernsthaft-nachdenkliche Nummern wie diejenige der VKB, die mit einem «Z Basel am mym Rhy» in Moll (und gedämpften Trommeln) auf berührende Weise die Zeit des Zweiten Weltkriegs nachvollziehen.

Der rote Faden überzeugt

Nachdenklich und ernsthaft kommen zum Teil auch die Raamestiggli daher. Etwa der Auftritt des Hofnarren im Krieg, der mit viel ironischem Biss an die verlogenen «Nie wieder Krieg»-Vorsätze nach dem Sturz der Nazis erinnert. Das wunderbar aufspielende Stiggli-Ensemble begeistert aber auch mit überaus witzigen Nummern. Herrlich zum Beispiel das Männercliquen-Trio, das angesichts der sich langsam durchsetzenden Frauenbewegung den Weltuntergang voraussagt («Stell dir vor, e Frau als Comité-Obmaa»).

Sogar die beiden Schnitzelbängg lassen sich in diese Zeitreise einbetten: D Wanderratte mit dem Schwarzen Tod und d Stroossewischer mit der Mondlandung und der Hippie-Bewegung im Jahr 1969. Beide Bängg beweisen mit originell gedrechselten und mit Zwischenpointen bespickten Versen, dass sie zu den Top-Formationen gehören.

Das Drummeli hat mit der Zeitreise ein Experiment gewagt, das vollauf geglückt ist. Die Mutter aller Vorfasnachtsveranstaltungen darf sich zurecht wieder als Königin der prä-karnevalistischen Zeit fühlen.

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    Das Drummeli hat erstmals einen roten Faden. Er verbindet alle Einheiten und Rahmenstiggli. «5'000 Joor Fasnacht – es git d Fasnacht eebe doch scho lenger, als me dänggt het.»

    www.drummeli.ch

    Zum ersten Mal in der Geschichte hat das Drummeli einen roten Faden. Mit «5'000 Joor Fasnacht» werden alle auftretenden Einheiten und Rahmenstiggli in verschiedenste geschichtliche Ereignisse integriert, die sie selber mitbestimmen und mitgestalten. Der rote Faden zieht sich durch die Weltgeschichte der letzten 5'000 Jahre – selbstverständlich mit einem starken Bezug zu Basel. Ob Neandertaler, Römer, Brückenbauer, Industrielle und Zünfte. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erleben einen unterhaltsamen geschichtlichen Streifzug.

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    Die Zeitreise beginnt mit den Schnooggekerzli in der Steinzeit, bevor die Basler Dybli, verkleidet als Nonnen und Mönche, im Münster das «Nunnefirzli » zum besten geben. Rasant dreht sich das Zeitrad am Drummeli. Der Schnitzelbangg Wanderratte singt Verse über die Pest, den schwarzen Tod; die Alte Glaibasler bauen 1225 die erste Brücke vom Gross ins Kleinbasel. Dann folgt das grosse Erdbeben von 1356, geschickt umgesetzt von der Guggenmusik Grunz Gaischter mit dem Stück «What I've Done» der Band Linkin Park.

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    Samstag, 23 Februar 2019

    Drummeli Teil 1: Wow!

    Das Drummeli hat neu einen roten Faden, der sich durchs ganze Programm zieht! Man war gespannt, wie die Cliquen, Rähmen, Schnitzelbängg und Guggen damit umgehen. Um es vorweg zu nehmen: Sie haben es brilliant gemacht! Das Drummeli 2019 ist wohl ein Volltreffer!

    Alle Rähme werden historisch hinterlegt. Da tritt Napoleon auf, Rudolf Wettstein, der Papst, ein Stadtschreiber oder dann aber Fasnächtler aus längst vergangenen Zeiten. Ein grosses Lob gehört der Abteilung «Maske»: D Goschdym, die Frisuren, die Larven – grosses Kino. Die Leistungen der Schauspieler ist, wie eigentlich immer, hervorragend! Die Texte sind eine witzige Mischung zwischen Historie und Gegenwart. Die Rahmenstücke sind lustig, satt und verständlich und zum Teil sehr gut (das Bibelzitate-Duell ist grandios). Regisseur Laurent Gröflin ist wohl endgültig angekommen. Er darf auf fantastisches Ensemble zurückgreifen, angeführt von den langjährigen Profis Susanne Hueber und Skelt!.

  • 2019 - «Drummeli - Teil 2» @ Fasnacht.ch

    Samstag, 23 Februar 2019

    Drummeli Teil 2; vo 1874 bis zer Geegewart

    Nach der Pause geht das gelungene Konzept, 5000 Joor Fasnacht, nahtlos weiter und die Besucher finden sich um die Jahrhundertwende im alten Kleinhüningen wieder, welches gerade eben zu Basel-Stadt eingemeindet worden ist.

    Unter dem Titel Äxtrablatt, sinniert Rula Badeen über das Kleinhüningen der alten Zeit und wie schwer es die damaligen Einwohner dieses kleinen Fischerdörfchen gehabt haben und was die Wirtschaft und die Stadtverantwortlichen schlussendlich daraus gemacht haben. Zum Glück verdient die Zeitungsverkäuferin ein Zubrot… bis zletscht? Toll! 1874 würdigen d Glunggi mit dem „Fischmärt“ der Eröffnung des Basler Zoos, dem Zolli. Lustig watschelnd als prächtige Königspinguine, machen sie zwar eine etwas ungewöhnliche Figur, wissen aber spielerisch sehr zu überzeugen. Der Auftritt, bei welchem im Hintergrund laufend „härzigi Dierli“ gezeigt werden, wird nicht nur auf Grund dieser Bilder in guter Erinnerung bleiben. Ein spassiger Kurzauftritt des Ensembles, ohne Worte, wie es zur Stummfilmzeit in den 20er Jahren halt so üblich war. Wunderbar gespielt von der charmanten Susanne Hueber, Skelt! und Lukas Kubik.

  • 2019 - «Drummeli» @ Basellandschaftliche Zeitung

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    Im Zeitraffer von der Steinzeit ins 20. Jahrhundert.

    Das Drummeli gab als Leitthema 5000 Jahre Weltgeschichte vor – und alle machen mit. Das diesjährige Monstre-Trommelkonzert begeistert.

    Am Drummeli hat es schon vieles gegeben. Aber das noch nie: Da wird für alle ein Leitthema vorgegeben – und alle machen mit!

    Die Idee: 5000 Jahre Weltgeschichte, aus dem Blickwinkel von Basel und seiner Fasnacht, sollen im Zeitraffer von den Cliquen, Guggen, Schnitzelbänken und Rahmestiggli auf die Bühne gebracht werden. Jede Gruppierung befasst sich mit einem Zeitabschnitt; das geht von der Steinzeit über das Mittelalter und die Zeit der Seidenbandindustrie bis hin zur Eisenbahn, zum Zweiten Weltkrieg und zur Pharmaindustrie.

    Kann das gut gehen? Es kann. Und wie! Was von ausnahmslos allen Gruppierungen an Ideenreichtum und musikalischer Qualität auf die Bühne des Musical-Theaters gebracht wird, ist schlicht grandios.

  • 2019 - «Drummeli» @ BaZ online

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