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Charivari

  • 25. September 2002
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«Charivari» @ Fasnacht.ch

Glaibasler Charivari 2003 «E lange Haimwääg» durchs Kleinbasel

Der Ort, an welchen das Glaibasler Charivari zur ersten Medienorientierung über das neue Programm einlädt, lässt Rückschlüsse auf den Inhalt der neuen Produktion zu. Letztes Jahr war es die Strafanstalt «Schällemätteli», wo der Fasnachtskrimi «Faschtewaie» vorgestellt wurde. Dieses Jahr fand die Orientierung im Antikenmuseum statt. So verwunderte es nicht, dass bei der Ausgabe 2003 auf die griechische Sagenwelt zurückgegriffen wird.

Einleitend gratulierte Obmann Armin Faes dem FC Basel in absentia zum Punktgewinn im Champios League-Spiel gegen Liverpool. «Das Charivari bemüht sich, mindestens auch ein Unentschieden, wenn nicht gar einen Sieg zu erringen», meinte er lächelnd. Der auf diversen Posten neu besetzte Vorstand hat sich gut eingearbeitet. Und Finanzchef Andreas Gerber ist sicher, dass das Budget eingehalten werden könne. Doch er fügte an, dass dies ohne Sponsoren nicht möglich wäre.

In einer Talkrunde befragte Paul Burkhalter die Regisseurin Bettina Dieterle und Armin Faes über das Stück «E lange Haimwääg». In Anlehnung an die Odyssee des Odysseus aus der griechischen Mythologie beschreibt es den langen Heimweg von Otti S. Heuss. Dieser ist juristischer Adjunkt im Baudepartement und besitzt ein sehr konservativen Weltbild. So ist er der Ansicht, dass sich allein die Basler um Basel kümmern müssten, Ausländer eher unerwünscht seien und Frauen in eine Fasnachtsclique nichts zu suchen hätten. «Ein Typ, den ich nicht zum Freund haben möchte», wie Dieterle bemerkte. Dieser moderne Odysseus wird nun im Stück durch das Kleinbasel gejagt, vom Red Rose über das Café Spitz bis hin zum Altersheim «Lamm». Dabei erlebt er das wahre Kleinbasel, wie es heute ist. Doch keine Angst. Im Gegensatz zur griechischen Tragödie ist der lange Heimweg nämlich eine Kommödie.

Musikalisch bleibe das Charivari innovativ, betonte Faes. Während der CCB (Central-Club Basel) erstmals am Charivari mitmacht, war die Tambourengruppe «Nussegge» schon letztes Mal dabei. Neu ist die von Kurt Stalder zusammengestellte Pfeifergruppe «Jetzpaggis». Stefanie Bossard, die amtierende Pfeiferkönigin bei den Jungen, tritt mit einem Pfeifersolo auf, Edith Habraken mit einem Trommelsolo. Die Gugge werden durch die «Schränz-Gritte» vertreten, die Bänggler durch den BSG-Bangg «die Gsalzene».

Das von Dieterle zusammengestellte Ensemble besteht aus sieben Schauspielern. Da noch keine Verträge unterzeichnet sind konnten keine Namen genannt werden. Dazu kommen zwei klassische Sängerinnen als Sirenen und der Verwandlungskünstler Tiffany. Die Idee zum Stück stammt wiederum von Christoph Knöll.